28.10.2026 / 22:51 Uhr

Ineffiziente Caps verlieren in Salzburg knapp

Trotz eines Chancenplus müssen sich die Vienna Capitals am Mittwochabend dem ehemaligen Serienmeister EC Red Bull Salzburg knapp mit 1:2 geschlagen geben. Dennis Robertson bringt die Hausherren in der fünften Minute im Powerplay in Führung (5./PP1). Ab dem zweiten Spielabschnitt sind die Capitals das spielbestimmende Team. Konstantin Komarek sorgt in der 37. Minute mit seinem ersten Tor für die Hauptstädter für den Ausgleich (37./PP1). Für den 33-jährigen Wiener, der die vergangenen zehn Spielzeiten im Ausland verbrachte, ist es das erste Tor in der win2day ICE Hockey League seit 5. April 2016, also seit 3.858 Tagen. Dass es bei nur einem Treffer im Mittelabschnitt bleibt, liegt daran, dass die Caps erneut nicht effizient agieren und ein vermeintliches Tor von Dominic Hackl in der 29. Minute wegen Abseits aberkannt wird. Ty Rattie bringt die Salzburger in der 44. Minute erneut in Führung. Die munter agierenden Wiener kommen trotz einer Vielzahl von Großchancen nicht mehr zum Ausgleich. Am Freitag sind die Caps bei Olimpija Ljubljana zu Gast (19.15 Uhr).

Das Trainerteam um Mike Stewart konnte gegen Salzburg wieder auf die zuletzt verletzten Jakob Lilja und Max Zimmermann zurückgreifen. Während der Schwede wieder seinen angestammten Platz in der ersten Linie einnahm, agierte Zimmermann als Backup von Adam Reideborn, der seinen zehnten Start in Folge verzeichnete. Benjamin Lanzinger, Raphael Wolf und Sebastian Wraneschitz fehlten verletzt. Gleich in der dritten Minute wurde die erste Strafe gegen die Wiener ausgesprochen. Scott Kosmachuk wurde wegen Beinstellens mit einer Zweiminutenstrafe belegt. Die Caps verteidigten in Unterzahl erst ordentlich, wurden dann aber von Verteidiger Dennis Robertson überrascht. Der Kanadier legte ein Solo hin und ließ Reideborn mit seinem Schuss ins Kreuzeck keine Chance (5./PP1). In weiterer Folge gestaltete sich das Spiel weitgehend ausgeglichen. Senna Peeters hatte in der 14. Minute eine Großchance auf den Ausgleich. Der Austro-Belgier umkurvte Salzburg-Goalie David Kickert nach einem Solo, traf mit seinem Schuss aber nur die Stange. Ab diesem Moment konnten die Caps vermehrt gute Möglichkeiten verbuchen. Felix Koschek oder Linden Vey überwanden Kickert aber nicht. Auf die Capitals-Drangphase folgte gegen Drittelende eine spielerische Überlegenheit der Hausherren, die diese aber nicht in Zählbares ummünzen konnten.


Mit dem zweiten Drittel nahmen die Caps endgültig das Heft des Handelns in die Hand und rissen das Spiel an sich. Die Wiener nahmen Kickert unter Dauerbeschuss, doch der ehemalige Caps-Goalie wehrte sich lange nach Kräften. In der 29. Minute lag der Puck dann im Tor. Jérémy Grégoire beförderte die Scheibe zum freien Dominic Hackl, der Kickert keine Chance ließ. Die Freude über den vermeintlichen Ausgleich währte allerdings nicht lange, denn die Salzburger ließen die Szene aufgrund einer möglichen Abseitsposition überprüfen. Da eine solche vorlag, wurde das Tor folgerichtig aberkannt. Die Caps blieben allerdings am Drücker, hatten weiterhin mehr vom Spiel. In der 36. Minute wurde Ty Rattie wegen Beinstellens an Hackl auf die Strafbank geschickt. Das beste Powerplay der Liga schlug nach einer Flaute von vier Spielen ohne Tor wieder zu. Konstantin Komarek versenkte den Puck per One-Timer (37./PP1). Für den gebürtigen Wiener, der die Vorbereitung und die ersten vier Ligaspiele verletzungsbedingt verpasste, war es das erste Tor im Trikot der Vienna Capitals. Davor schrieb Komarek in der win2day ICE Hockey League zuletzt am 5. April 2016 gegen den HC Znojmo in Spiel drei der damaligen Finalserie zu. Die Salzburger ließen auch diesen Treffer überprüfen, diesmal wegen einer vermeintlichen Torhüterbehinderung, diese konnte vor dem Monitor allerdings nicht ausgemacht werden. Kurz vor Drittelende verfehlte Lilja aus guter Position das gegnerische Tor.


Das Schlussdrittel begann mit einem harten Check von Felix Koschek gegen Salzburg-Verteidiger Wyatt Kalynuk. Daraufhin gewann das Spiel etwas an Intensität. Nach einem eigentlich guten Start der Wiener lag der Puck in der 44. Minute im Tor der Caps. Die Hausherren profitierten in der neutralen Zone von Scheibenglück, Rattie umkurvte anschließend Reideborn (44.). Die Caps ließen sich aber erneut nicht aus der Fassung bringen und drückten auf den Ausgleich. In der 51. Minute fasste Benjamin Nissner wegen eines Bandenchecks an Komarek eine Zweiminutenstrafe aus. Die Caps stellten die Salzburger in Überzahl erneut vor arge Probleme. Lilja feuerte in der 52. Minute einen One-Timer aus kurzer Distanz ab, Kickert konnte die Führung allerdings mit einer Glanzparade sichern. Die Hausherren hielten sich diesmal in Unterzahl schadlos. In der 57. Minute hatten auch die Salzburger eine gute Möglichkeit, doch Reideborn entschärfte einen Abschluss aus dem Slot von Adam Brooks. Die Capitals nahmen den Schweden 1:37 Minuten vor dem Ende für einen weiteren Angreifer vom Eis. Trotz der einen oder anderen ordentlichen Möglichkeit gelang der Ausgleich nicht mehr. Die Caps gaben im Spielverlauf 34 Torschüsse ab, die Hausherren deren 27. Mit weiterhin 20 Punkten bleiben die Capitals in der Tabelle auf Platz neun.

Im Vergleich zu den letzten Auswärtsspielen sind wir heute viel besser aus der Kabine gekommen, haben mit Energie gespielt und waren läuferisch in Ordnung. Im zweiten Spielabschnitt haben wir wieder sehr gut begonnen und haben Druck ausgeübt. Wir haben uns da zurück in die Partie gekämpft. Das aberkannte Tor hat uns nicht aus der Bahn geworfen. Wir haben weitergearbeitet und durch ein Powerplaytor den Ausgleich erzielt. Vor allem im zweiten Abschnitt hatten wir einige Topchancen, haben daraus aber leider zu wenig Kapital geschlagen. Im letzten Drittel waren wir wieder am Drücker, haben hinten gut verteidigt und vorne Chancen kreiert. Durch einen unglücklichen Sprung der Scheibe konnte Salzburg einen Konter laufen und das haben sie eiskalt ausgenutzt. Meine Jungs haben geackert bis zum Schluss, aber wir haben den Puck nicht mehr über die Torlinie gebracht. Das ist sehr frustrierend. Uns fehlt momentan die Effizienz. Wir hätten ein Problem, wenn wir keine Chancen kreieren würden, aber wir haben durchaus Möglichkeiten. Wir müssen also dranbleiben und kaltschnäuziger werden. Mit unseren Änderungen in den Angriffslinien wollten wir herausfinden, wo Chemie vorhanden ist. Senna Peeters hat beispielsweise in der vierten Linie mehr Offensive in seine Reihe gebracht, sie haben anständig gespielt.

Statement Mike Stewart, Head-Coach der Vienna Capitals

EC Red Bull Salzburg - Vienna Capitals 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)

Tore Salzburg: Dennis Robertson (5./PP1), Ty Rattie (44.)

Tor Capitals: Konstantin Komarek (37./PP1)


Line-Up Vienna Capitals

Goalies: #39 Adam Reideborn | #36 Max Zimmermann

1. Linie: #22 Ramón Schnetzer, #7 Nick Bailen - #15 Jakob Lilja, #19 Linden Vey, #25 Jérémy Grégoire

2. Linie: #24 Simon Bourque, #92 Lorenz Lindner - #10 Shane Gersich, #67 Konstantin Komarek, #34 Felix Koschek

3. Linie: #5 Dominic Hackl, #8 Nelson Nogier - #81 Marco Richter, #9 Leon Wallner, #17 Scott Kosmachuk

4. Linie: #13 Devin Steffler - #76 Sam Antonitsch, #37 Christof Kromp, #82 Senna Peeters


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